Selten

Probieren Sie Weine von seltenen Rebsorten, die als ausgestorben galten. Unsere Entdeckungen erzählen Ihnen eine unglaubliche Geschichte.

Wertvoll

Eine jahrtausendalte, klimaerprobte Sortenvielfalt ging in nur einem Jahrhundert verloren. Es handelt sich um Zeitzeugen vergangener Kulturepochen mit einer regionalen Identität. Diese wertvollen Funde sind unser weinbauliches Kulturerbe!

Wiederentdeckt

Der erneute Anbau bei unseren Winzern bewahrt die wiederentdeckten Raritäten vor dem Aussterben. Durch den Genuss dieser Weine werden auch Sie zum Retter historischer Rebsorten!

Jede historische Rebsorte trägt ihren ursprünglich, geschichtlich und kulturell verankerten Namen. In der Vergangenheit gab es zahlreiche Verwechslungen bei der Identifikation und Bestimmung dieser wiederentdeckten Weinreben.

Die rot gekennzeichnete Ursprungsnummer, bezugnehmend auf den Ursprungsnachweis, gibt Ihnen die Sicherheit das Original zu geniessen.

Die Menschen die diese Reise in die Vergangenheit möglich machen.

ULRICH MARTIN
BOTSCHAFTER EINER VERGESSENEN VIELFALT

Seit über 40 Jahren betreibt Ulrich Martin hauptberuflich eine Rebschule, in der Reben für den Weinanbau heranwachsen – eine Arbeit, die eher im Hintergrund geschieht, aber die Grundlage für jeden Weinberg bildet. Doch Martin bleibt nicht beim Bekannten: Er setzt sich dafür ein, Rebsorten zu erhalten, die fast verloren gegangen wären.

In Zusammenarbeit mit dem Rebenforscher Andreas Jung widmet er sich historischen Rebsorten, von denen oft nur noch einzelne Stöcke überlebten. Mit grossem Fachwissen und Sorgfalt vermehrte er die seltenen Reben und machte sie wieder für den kommerziellen Anbau nutzbar.

Für ihn war jedoch klar: Nur ein Wein, der schmeckt, hat eine echte Zukunft. Deshalb begann er, seine eigenen Weinberge mit diesen vergessenen Sorten zu bepflanzen, um die noch unbekannten Weine erstmals auch am Gaumen sortenrein zu erforschen.

Seine Weine sind mehr als ein Genuss: Sie bringen alte Aromen zurück und schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Als Gründer des Projekts „Historische Rebsorten“ bringt Ulrich Martin gemeinsam mit engagierten Winzern diese wiederentdeckte Vielfalt zurück ins Glas – und damit in die moderne Weinwelt.

ANDREAS JUNG
AUF DER SUCHE NACH DEN VERGESSENEN REBEN

Andreas Jung ist kein Theoretiker im Labor, sondern ein praktischer Forscher, der seine Wege durch alte Weinberge und verwilderte Flächen geht. Dort sucht er nach Rebsorten, die längst aus dem Blick geraten sind – teils nur noch in einem einzigen, fast übersehenen Weinstock erhalten geblieben.

Als international anerkannter Ampelograph verbindet Jung Fachwissen aus Botanik, Klimageschichte und Völkerkunde. Diese Kombination erlaubt ihm, Reben nicht nur zu identifizieren, sondern auch ihre Herkunft und Bedeutung im historischen Kontext zu verstehen.

Seine Arbeit gleicht einer Spurensuche: Jede entdeckte Rebe erzählt von früheren Anbauweisen, alten Kulturen und dem Wandel des Weinbaus über Generationen hinweg. Viele der Sorten, die er wiederentdeckt, galten als ausgestorben oder wurden nie eindeutig beschrieben.

Doch Jung belegt sie genetisch, ordnet sie ein und schafft damit die Grundlage für ihre Rückkehr in Forschung und Praxis. Sein Ziel ist nicht nur der Erhalt historischer Vielfalt, sondern auch ihre Nutzung für die Zukunft. Denn manche dieser Reben bieten Eigenschaften, die im modernen Weinbau wieder gefragt sind.

Mehr über seine Arbeit und Erkenntnisse erfahren Interessierte im Podcast „Historische Rebsorten“ – fundiert, spannend und teilweise kontrovers.

DAS BOOKLET

DIE ERKLÄRUNG ZUM BOOKLET

DER PODCAST

Der etwas andere Podcast für Weinliebhaber, die glauben, schon alles über Wein zu wissen.

Andreas Jung und Ulrich Martin unterhalten sich über neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Rahmen der Erforschung seltener, wertvoller und wiederentdeckter Rebsorten.

Durch die interdisziplinäre Herangehensweise von Andreas Jung entstehen neue, bisher noch unbekannte historische Zusammenhänge. Die Geschichte des Weinbaus wird umgeschrieben und die Familie der Rebsorten neu geordnet.

Entspannen Sie sich mit einem guten Glas Wein aus historischen Rebsorten und tauchen Sie ein in eine noch unbekannte Weinwelt.

oder:

buche bei uns in Oensingen eine Degustation dieser historischen Köstlichkeiten.
Ab 4-8 Personen freuen wir uns auf einen interessanten Abend mit Dir
und Deinen Freunden oder Bekannten.
Terminlich sind wir sehr flexibel und es ist eigentlich fast jeder Termin möglich.
Anmeldung unter
062 216 75 75
oder per mail an
info@vintage-weine.ch

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Folgende Weine aus dem Sortiment Historischer Rebsorten kannst Du bei uns entdecken …

… ein klick auf das Wappen oder die Flaschen bringt dich direkt zum Artikel

Vinora 050 – Video ansehen

Wein der Liebfrauenmilch (weiss)

Geschichte: Bormeo Verd, eine altfränkische Rebsorte, stand schon zu Zeiten Karls des Grossen in den namhaften Weinbergslagen seines Frankenreiches.
Im Jahre 1812 sprach man im Herzogtum Württemberg Französisch. In den ampelografischen Aufzeichnungen des damaligen Hofbotanikers Johann Simon Kerner finden sich identisch gemalte Trauben und Blätter, die er als „Bormeo Verd“ aufführte.

Zwar etwas falsch geschrieben, kann man den Namen mit „Grüner Wormser“ übersetzen.
Die Historie dieser wertvollen Rebsorte geht zurück in die Antike und fand über Nordungarn ihre Heimat am Rhein.

Status: Bis zu ihrer Wiederentdeckung im Jahr 2009 galt das Juwel als ausgestorben. Die Weine der als historisch beschriebenen Rebsorte „Grünfränkisch“ dürfen nach dem neuen Weinbezeichnungsrecht ab 2024 nur noch mit ihrem historisch verankerten Synonym (Bormeo Verd) vermarktet werden.

Fundort: Ein alter, mit „Weissburgunder“-Reben angelegter Weinberg in der Südpfalz.

Vinora 456 – Video ansehen

Weinanbau in der kleinen Eiszeit (weiss)

Geschichte: Schon vor dem Riesling wurde der Gelbe Kleinberger als Hauptsorte am Rhein und in den Steillagen an der Mosel angebaut. Er gelangte schon mit den Kelten (Treverern) vor über 2.000 Jahren an die Mosel.

Aufgrund seiner hohen Frostfestigkeit und Anpassungsfähigkeit erlebte der Kleinberger eine Renaissance in der Kleinen Eiszeit (15. bis 19. Jh.). Sogar den berühmten Château-Chalon-Weinen im Jura gab er das gewisse Extra.

Status: Bis 2007 galt diese sehr alte Rebsorte als ausgestorben.

Fundort: Ein etwa 350-jähriger, alter Hausstock an der Mittelmosel. Einzelfunde auch in Franken, an der Bergstrasse und an der Nahe.

Vinora 528 – Video ansehen

Urmutter unserer Kulturreben (blanc de noir)

Geschichte: Die Geschichte der über 8.000 Jahre alten Rebsorte bringt uns an den zeitlichen Ursprung der Kulturrebe. Ihre Eltern waren noch Wildreben. Hier handelt es sich um den echten „Blauen Silvaner“. Sie ist DIE Stammsorte in der Gruppe der „Blauen Schirwaner“.

Schirwan ist eine antike Weinregion am Kaspischen Meer, die Heimat etlicher historischer Rebsorten. Der „Schwarze Edelstein“ wurde bereits im Mittelalter über die Karpaten nach Franken und ins Taubertal exportiert. Aus den Trauben mit einem tollen Schattenmorellen-Aroma gedeihen hervorragende Rot-, Rosé- wie auch Blanc de Noir-Weine.

Status: Die Urmutter der Kulturreben galt bis 2007 als ausgestorben.

Fundort: Überlebt hat die Verwandte des heutigen Spätburgunders an der Saale und am Westrand des Steigerwalds.

Vinora 085 – Video ansehen

Kind des Trollingers (rosé)

Geschichte: Der Schwarzurban, ein Kind des Trollingers, kam bereits im Mittelalter aus der Staufischen Lombardei zu uns. Die eigentliche Herkunft lässt sich am Namen ableiten. „Urban“, aber auch „Vernatsch“, Synonym des Trollingers, korrelieren mit den zwei Nachbarorten „Vrban“ und „Vernaz“ in Kroatien.

Anhand dieser Namen lassen sich Völker und deren Wanderungen ableiten, wodurch man in die sehr berühmte Weinregion Schirwan gelangt. Sie befand sich im heutigen Aserbaidschan und nordwestlichen Iran. Es ist die Heimat etlicher wiederentdeckter Rebsorten.

Status: Mit dem blau-roten Urban verwechselt und bis 2018 als nicht existent erklärte Sorte.

Fundort: Auf zwei Terrassen am Neckar bei Gundelsheim aus einem mittlerweile gerodeten Altbestand.

Vinora 254 – Video ansehen

Ursorte aus Indien
(rosé – vin mousseux)

Geschichte: Mit ihrem Ursprung in Indien blicken die Muskatellersorten auf eine über 3.000 Jahre alte Geschichte. Verfolgt man die Geschichte alter Urvölker, kommt man nach Spanien und beobachtet, wie sie sich von dort aus im Frühmittelalter ins Piemont, Rhônetal und in die Westschweiz verbreiteten.

Der Blaue Muskateller, der in Deutschland als ausgestorben galt, kann niemals ein tiefroter Wein werden, denn dafür fehlen die erforderlichen Farbstoffe in der Beerenhaut. Sie werden aber einen an Rosenblüten erinnernden, fruchtig-frischen Weisswein oder lachsfarbenen Rosé geniessen können, der in den Sommermonaten so manchen lauen Abend elegant begleitet.

Status: Galt in Deutschland als ausgestorben.

Fundort: Einst im Oberrheintal und am Bodensee verbreitet, hat der Blaue Muskateller nur in der Nordschweiz an alten Häusern überlebt.

Vinora 060 – Video ansehen

Die grosse Unbekannte (rot)

Geschichte: Die nur bildhafte Dokumentation in der Steiermark und die falschen Gleichsetzungen mit anderen Sorten machen es schwierig, etwas zur Geschichte des Hänglings herauszufinden. Vermutlich haben wir es bei diesem Hängling mit einem Vertreter der mittelalterlichen Sortengruppe der Tressiaux oder Trussiaux zu tun, die zusammen mit den Sortengruppen „Les Pineaux“ und „Les Gamez“ kurz nach dem Magdalenenhochwasser aus dem Despotat Romania (Albanien) in die angevinischen Weingärten an der Loire exportiert wurden.

Ja, „Les“! Sie haben richtig gelesen. Wir gehen davon aus, dass es nicht „den“ Pinot, „den“ Gamay oder „den“ Cot gibt. Denn in der Historie liest man immer wieder die Namen in der Mehrzahl.

Status: War in Deutschland ausgestorben und ampelographisch schwer greifbar.

Fundort: Im Weinbaugebiet Höhnstedt, Sachsen-Anhalt.

Vinora 938 – Video ansehen

Der späte Burgunder (rot) oder auch Franc Pineau genannt.

Geschichte: Noch vor 200 Jahren unterschied man zwischen „Pinot“ und „Pineau“. Es gab die heute bekannte Gruppe der Pinots, z. B. Spätburgunder, Grauburgunder, Weissburgunder UND eine von uns wiederentdeckte Rotweingruppe, die man „Pineau“ nannte.

Die Sortengruppe der Pineaux, zu der auch der Schwarzblaue Riesling gehört, wurde schon von Karl dem Grossen im Frühmittelalter sehr geschätzt. Deren Rotweine prägten den heutigen Ruf etlicher Rotweinlagen nördlich der Alpen. Aufgrund seiner schwarzen Beerenfarbe wurde der Franc Pineau auch Schwarzblauer Klevner genannt.

Status: Die Sorte galt bis 2009 als ausgestorben, weil sie als Synonym des Spätburgunders betrachtet wurde. Die Weine der als historisch beschriebenen Rebsorte „Fränkischer Burgunder“ dürfen nach dem neuen Weinbezeichnungsrecht ab 2024 nur noch mit ihren historisch verankerten Synonymen (Franc Pineau, Schwarzblauer Klevner) vermarktet werden.

Fundort: Einzelne verwilderte Weinstöcke in einer seit 1890 aufgegebenen Weinbergsbrache bei Halle.